Risiko-Analysen für Online

Risikoanalyse ist Prävention - Sunny One MünchenDas Internet birgt für Unternehmen nicht nur viele Potenziale und Chancen, sondern auch ernstzunehmende Risiken. Eine Online-Strategie für Unternehmen ist deshalb erst dann seriös und erfolgversprechend, wenn relevante Risikofaktoren ermittelt und berücksichtigt sind.
Dabei kann es sich um ganz unterschiedliche Online-Risiken handeln wie zum Beispiel:

  • allgemeine gesellschaftliche und/oder politische Einflüsse
  • Plötzliche und unerwartete Marktverschiebungen
  • Änderungen der Algorithmen der Suchanbieter

=> Hier beschreiben wir noch mehr Beispiele für Online-Risiken

Auf die richtige Einschätzung von Online-Risiken kommt es an

Um herauszufinden, ob und wie relevant sie für eine Online-Strategie sind, benötigt man bei ihrer Einschätzung und Bewertung viel Erfahrung.
Natürlich gibt es bei einer Risiko-Analyse keine absolute Schutz-Garantie und Sicherheit. Man kann auch nicht immer alle Eventualitäten vorab bedenken. Es ist in diesem Zusammenhang wichtig, zwischen der Risiko-Analyse und der Risiko-Überwachung zu unterschieden. Erstere muss neutral, unvoreingenommen und breit angelegt sein, damit möglichst viele Risikofaktoren erfasst und evaluiert werden. Als Einstieg helfen hier Brainstormings aus unterschiedlichen Perspektiven in unseren Kundenworkshops. Wir empfehlen auch zusätzlich eine SWOT-Analyse durchzuführen. Um die Risikofaktoren zu ermitteln und richtig zu bewerten müssen verschiedene Vorgehensweisen und Datenquellen miteinander kombiniert werden.

Die wichtigsten Punkte unserer Risiko-Analyse für Online

Am wichtigsten dabei ist, festzustellen:

  • …ob eine starke Abhängigkeit zu einem Online-Geschäftsgebiet oder zu einer Plattform bzw. Vertriebskanal besteht
  • …die Online-Strategie besonders eingleisig z.B. auf eine Hauptzielgruppe oder ein Land abzielt, ohne den berühmten „Plan B“
  • …mögliche Verzögerungen im Erreichen der Ziele zu erwarten und einzukalkulieren sind. Stichwort: Puffer
  • …es Online-Trends und/oder –Wettbewerber gibt, die das Potenzial haben, die eigenen Pläne zu durchkreuzen oder zumindest empfindlich zu behindern
  • …die eigene Nachhaltigkeit und Unternehmenssituation, sowie die Online-Potenziale realistisch genug recherchiert und eingeschätzt wurden. Stichwort: S.M.A.R.T-Prinzip
  • …ob eine SWOT-Analyse, die bezogen auf ein Projektthema oder ein Online-Strategie-Ziel ergänzend durchgeführt werden kann, zusätzliche Gefahren identifiziert hat, die genauer zu untersuchen sind

Wie bewertet man Online-Risiken richtig?

In der anschließend vorzunehmenden Risikobewertung geht es darum, die ermittelten Risikofaktoren nach folgenden Kriterien einzuordnen:

  • Generelle Eintrittswahrscheinlichkeit. Beispiel: die Wahrscheinlichkeit, dass Google seinen Rankingalgorithmus verändert ist wesentlich größer, als dass die Suchmaschine „eingestampft“ wird
  • Gefahrenpotenzial für das Unternehmen und dessen Online-Business. Z.B.: wie stark hängt das Unternehmen vom Erfolg/Misserfolg der Online-Pläne ab? Gibt es entsprechende Rücklagen und Absicherungen? Gibt es Alternativ-Strategien?
  • Risikopotenzial in Prozent in Bezug auf mögliche Umsatz-Einbußen und/oder Budgeterhöhungs-Gegenmaßnahmen. Was wären die Konsequenzen wenn das Risiko XY eintritt?

Meistens ergibt sich dann eine Art Bereinigung der Risikofaktoren-Liste auf wenige, wirklich wichtige und einigermaßen wahrscheinliche bzw. realistische Risiken. Die verbleibenden Risiken können auch leichter in ihrem Gefahrenpotenzial eingeordnet und priorisiert werden.

Was-Wäre-Wenn: die Risiko-Projektion

Jetzt folgen drei entscheidende Schritte:

Schritt 1: Durchspielen von Risiko-Szenarien

Die ermittelten Risiko-Szenarien werden für das Unternehmen gedanklich und in Workshops durchgespielt. Diese „Was wäre wenn“-Szenarien zeigen dabei auf, welche Schritte und evtl. Prozesse intern und extern als Gegen- bzw. Schutzmaßnahmen vorbereitet und durchgeführt werden können. So kann im Eintrittsfall zeitnaher und angemessener reagiert und möglicher Schaden minimiert werden.

Schritt 2: Erstellen eines Risikoplans

Für die wahrscheinlichsten Szenarien wird dann im Anschluss ein Risikoplan erstellt. Er ist in der Regel Teil eines Projektplans und legt Eskalationspfade, Zuständigkeiten und Maßnahmen je Risiko fest. Auch ein Puffer-Budget kann auf dieser Grundlage definiert werden, auf das im Falle des Falles dann schnell zurückgegriffen werden kann. Möglicherweise stellt sich auch heraus, dass kein vollständiger Schutz möglich ist oder intern für derartige Fälle erst noch Prozesse und Zuständigkeiten zu etablieren sind. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil einer gründlichen Risikoanalyse ist: sie deckt entsprechenden Vorbereitungsbedarf auf, so dass man sich wesentlich besser für Online-Projekte aufstellen kann.

Schritt 3: Planung von Frühwarnsystemen

Ein weiteres wichtiges Ergebnis unserer Risiko-Analysen ist, dass wir dabei auch Kriterien für die Messung und das Monitoring von Online-Risikofaktoren definieren. Es gilt hier vorab herauszufinden, welche „Frühwarnsysteme“ es für das jeweilige Risiko gibt und mit welchen Monitoring-Tools man entsprechende „Alerts“ effizient einrichten kann. Vom einfachen Google Alert angefangen bis hin zu umfangreichen Marken-Beobachtungstools alá BrandWatch gibt es hier eine große Auswahl an Werkzeugen.

Das Ziel der Risiko-Analyse: Schutz vor negativen Konsequenzen und hohen Folgekosten

Letztlich können auch eine Risiko-Analyse und ein darauf aufbauendes Risiko-Management nicht alle Eventualitäten in allen Einzelheiten voraussehen und ein Unternehmen für alle möglichen Risiko-Fälle vorbereiten. Leider wird aber dieser Bereich in Online-Strategien oft zu sehr vernachlässigt. Die Folgen können für ein Unternehmen drastisch sein. Online-Risiken sollten niemals unterschätzt werden. Das heißt natürlich, dass einem Internet auf Schritt und Tritt Gefahren lauern. Angst war noch nie ein guter Ratgeber. Und auch wenn viele Risikofälle dann am Ende doch erfreulicherweise reine Fiktion bleiben, ist es doch besser, sich vorher mit den möglichen Konsequenzen strategisch auseinandergesetzt zu haben, als von einer unerwarteten Entwicklung überrollt zu werden.

Das Ziel unserer Risiko-Analyse lautet deshalb: Vorbeugung ist besser als hinterher zu versuchen, den Schaden zu „heilen“. Gemäß dem Motto „der Kluge baut vor“ leistet unsere Risiko-Analyse einen wichtigen Beitrag, um gegenüber Online-Risiken einigermaßen geschützt und für diverse Risiko-Szenarien gewappnet zu sein.